Christian Schöbel & Mario Meusel

2 Hot

Musiker ernähren sich meist kannibalisch von der Kunst der Kollegen. Und beim Hören merkt man deutlich Meusel und Schöbel haben gut gegessen, ohne Magendrücken zu bekommen. Die Eisenbahn dampft, die Sonne scheint. Manchmal auch der Mond. Wieder raus aus der Bar, rein in den nächsten Club. Pulsierend, doch ohne Hast, geben sie ihren Blue Notes immer einen unerwarteten Rahmen und machen deutlich, dass das "Boogie-Duo" im herkömmlichen Sinne ausgedient hat.

Plus- und Minus-Pole sind klar zu identifizieren, die Erdung erst recht. Wer 2Hot bei ca. 1200 Auftritten in den letzten 10 Jahren geniessen wollte, mußte bereit sein, Vince Webers Klavierspiel als Klassik zu akzeptieren. Oder Bruce Hornsby als Blueser. Man hätte auch erkennen können, dass Schlager schön sind, wenn Sie vom Ramsey Lewis-Trio gespielt werden. Oder die Melancholie hinter dem Lächeln von Fats Waller.

Auf der neuen CD wird Michel Camilos Coco Walk in die Stadt des Mardi Gras verlegt und schließlich der gute alte Boogie Woogie nicht endlos geschliffen, sondern hingeledert. Am Ende darf der fast 18 jährige Gast-DJ AlecTroniq seine Interpretation abliefern. Neuerdings haben 2Hot auch analoge jazzige Elemente in ihren Blues integriert. Mit Strom sollte man bekanntlich vorsichtig umgehen.

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