Joe Krieg Quartett (Köln)

Die Kompositionen des Gitarristen Joe Krieg reichen atmosphärisch von erfrischend-heiter bis
melancholisch-verträumt. Zarte Nuancen lassen den Übergang von fröhlicher Leichtigkeit zu einer
unbestimmten Tristesse fließend geschehen.
Pianist Marco Netzbandt, Bassist Felix Himmler und Schlagzeuger Ulrich Kleideiter gelingt es
diese Stimmungen verstehend aufzunehmen und in einem harmonischen Zusammenspiel stilsicher
zu interpretieren, wobei Raum zum Atmen, Hören und Begreifen entsteht.
Joe Krieg bietet seine Melodien auf bescheidene, schon fast schüchtern-scheue Art dar, das
Publikum auf ehrliche Weise emotional erreichend, dabei stets weit entfernt von Schwermut auf der
einen oder Belanglosigkeit auf der anderen Seite. Die Musik des Quartetts überzeugt unaufdringlich
und wird von Hörern als "einfach schön, zart und kostbar" erlebt.
Junger, moderner Jazz, der lebt.

Kritik Goldmund

Gitarre & Bass (September 2011)

Dieser Gitarrist hat Ton!Außerdem muß man Joe Krieg wirklich beachtliches Kompositionstalent
bescheinigen, denn dieses neue, zweite Album des 1974 geborenenMusikers-der übrigens eine
herrvoragend klingende Endsiebziger Johnny-Smith-Kopie von Ibanez spielt – hat jede Menge
Überraschungspotenzial, das bei Standards-Repertpoire oft auf der Strecke bleibt.
Straight-ahead-Jazz, swingend, dynamisch, virtuos, und gitarristisch absolut auf dem Punkt, ist hier
zu hören. Ein wirklich tolles Album. Krieg ich nicht genug von!
Lothar Trampert