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Angeschaut

K.C. McKanzie (geb.1981) und Joe Budinsky (geb.1969) bilden seit 2003 das Duo K.C. McKanzie. Dabei spielen sie ausschliesslich K.C.´s Songs, deren Ursprünge in der Songwriter-Folk- und Bluegrass-Musik liegen. Obwohl K.C. erst als Teenager den Zugang zu ihren musikalischen Heroen fand, war der Sound des Duos schnell gefunden pur, einnehmend und, wie K.C. selbst sagt, "den Songs gerecht werdend".
Der Sängerin und Gitarristin ist vor allem der lyrische Bezug bei der Umsetzung der Songs wichtig. " Ich quetsche Worte nicht in vorgefertigte Melodien oder suche
händeringend nach ihnen um eine Hook-Line zu umgarnen. Der Text kommt immer zuerst. Die Sprachmelodie führt dann automatisch zur musikalischen Inspiration ."
2004 veröffentlichten sie das Debüt-Album "Weird Tunes From A Wild Mind" , welches von der deutschen und auch europäischen Folk-Szene als vielversprechend gelobt wurde. K.C. (gerade 23 Jahre alt) schlüpft in die Rollen der verschiedensten Frauenfiguren die verzweifelte Frau eines Minenarbieters, das Mädchen, das auf Geheiß des Vaters jeden Mann erschießt der ihr zu nahe kommt, die liebeskranke Hure und das brave Mädchen, das den Sohn des Teufels trifft.
2005 erscheint der Sampler "The Sirens of Berlin" , eine Produktion, die sich ausschliesslich mit Berliner Songwriterinnen befasst, auf dem K.C. mit ihrem Song "Son of the devil" vertreten ist.
2006 folgt nun das zweite Album "The Widow Tries To Hide" auf dem das Duo dem unprätentiösen Sound der "Weird Tunes" folgt, aber durch musikalische Unterstützung (Cello, Schlagzeug, Geige, Backgroundgesang, E-Gitarre) in eine weite musikalische Welt entführt.

Aus DNN "Tief und samtig" K. C. McKanzie klingt wie die junge Suzanne Vega Charmant, sehr charmant, diese junge K. C. McKanzie, wie sie da zwischen ihren Songs im Blue Note plaudert, von Rettet-das-Banjo-Aktionen in Berlin erzählt, vom
Katzenfutter-Kauf bei einer Drogerie-Kette, vom Dasein als Singer / Songwriterin in einer Stadt, die an solchen nicht gerade arm ist. Oder ihrem Partner Joe Budinsky zum Nachstimmen rät In so einem Jazzclub ist das nicht so wie in den Country-Schuppen. Hier fällt das auf.
All das führt allerdings ein klein wenig in die Irre, denn K. C. McKanzies Songs haben mehr Tiefe, als solche Plaudereien vermuten lassen. Ihre Stimme wurde bereits mehrfach mit der der jungen Suzanne Vega verglichen, und die Ähnlichkeit ist tatsächlich frappierend. Tief und samtig klingt sie, die Melodien meist ganz harmonisch, auch wenn - bei Vega abgeschaut? - bittere Texte vorgetragen werden.
So in Pretty little thing, einem Song aus der Perspektive eines jungen Mädchens, das von älteren Männern angebaggert wird. Your voice makes me crazy, heißt es da zur schlicht-getragenen Melodie.
Country-Folk, modern Country, urban Country - wie soll man das nennen, was das Duo auf die Bühne und auf CD bringt? Für meinen Geschmack ist dann doch bei vielen Songs zu viel Ackerbau dabei, sind die Melodien allzu schwingend, melodiös.
Ein paar mehr Brüche wären hier angebracht - so wie bei Pretty little thing, das mit ganz leicht angedeuteten Dissonanzen endet. Oder bei anderen Stücken, die mehr in die Songwriter-Richtung gehen. Wenn sie als schön-gewundene Liebeserklärung singt I think I'm going to write you a love song, dann wird das von einer durchaus anspruchsvollen Melodie gehalten.
Schön auch die Songs, bei denen die Instrumente ganz sparsam eingesetzt werden, man die einzelnen Töne ebenso verfolgt wie die Geschichte, die erzählt wird. Dann sieht man, was die beiden können, in welcher Hinsicht - außer der großartigen Stimme - sie sich von der Masse der Gruppen abheben. Vielleicht geht es ja in der Richtung weiter, dann darf man sehr gespannt auf die Zukunft von K. C. McKanzie sein. Mit und ohne Katzenfutter-Einkäufe.
Beate Baum

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