singer.songwriter Blue Rose Recording Artist
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Mit Stephen Simmons ist einer der aktuell interessantesten jungen Americana-Musiker aus Tennessee auf dem Blue Rose-
Label gelandet. Der mit einer poetisch kraftvollen Handschrift und mit so einer wunderbar warmen Baritonstimme gesegnete
Singer/Songwriter veröffentlicht seit einer Dekade seine kleinen musikalischen Beobachtungen über Land und Leute auf
lokaler Ebene und darüberhinaus mit stetig wachsendem Erfolg. Öfter war er auch schon in Europa, wo er sich besonders
in Holland auf den einschlägigen Roots-Festivals oder auch in vertraulicher Clubatmosphäre einen regelrechten Kultstatus
erspielt hat. Nach einer Serie von starken Genrealben zwischen Folk und Country bedeutet The Big Show nichts weniger als
das Meisterwerk für Simmons bis dato und seinen Eintritt in die Blue Rose-Welt neben solchen hochkarätigen Kollegen wie
Greg Trooper, Owen Temple, Chris Brecht, Markus Rill, Tim Easton, Jeff Black und wie sie alle heißen!

Stephen Simmons lebt seit vielen Jahren in East Nashville und gilt als fester Bestandteil der dort abseits vom Mainstream
aktiven Alt.Americana-Szene. Ein derartig kreatives Umfeld ist die beste Voraussetzung, um die Stücke für ein solches
Projekt wie The Big Show zu komponieren und die Texte in einer Mischung aus Innenansicht, Tiefgang, Ironie, versteckten
Anspielungen, trockenem Humor, doppelsinnigen Wortspielen und ganz viel Lebenserfahrung "von der Straße" schnörkellos
und leichtgängig aus der Feder fließen zu lassen. The Big Show ist ein Konzeptwerk über Leben und Leiden eines Clowns "on
the road" mit seinem Zirkus. Es geht dabei um nichts weniger als die Suche nach Liebe und dem Sinn des Lebens, den Traum
von Erfüllung und Anerkennung, die Ambivalenz von Heimat und Fernweh... - all die großen Themen inmitten trister Small
Towns, zwischen dem Lachen des Publikums und dem Blues der einsamen Nächte oder der Flucht in dunkle Bars. The Big
Show steht also nicht nur für die kurze Zeit am Abend auf der Bühne unter den Spotlights, sondern als Metapher für all die
kleinen Rädchen im Getriebe des Lebens.

Letztendlich hat Stephen Simmons natürlich keinen tiefschürfenden Psycho-Roman geschrieben, sondern Musik gemacht.
Und wie! The Big Show läuft über 73 Minuten, hat 20 Tracks, die meisten davon Songs im Americana-Zeitgeist zwischen
Folk, Alt.Country und Country Rock, ein paar sind kurze Überleitungen und song-verbindende Statements. Stilistisch/formal
besteht The Big Show aus einigen reinen Solostücken, die Simmons - ganz im Stil seiner 2006er CD Drink Ring Jesus -
nur mit akustischer Gitarre, dylanesk sägender Mundharmonika und seiner attraktiven Wohlklangstimme im gehobenen
Lagerfeuerambiente vorträgt. In der Mehrzahl hören wir den sympathischen Tennessee Troubadour allerdings zusammen
mit bekannten, top-professionellen Studiomusikern in einer analogen state-of-the-art Produktion von Eric Fritsch, der
bereits in 2004 Simmons' exzellentes Volle-Länge-Debüt Last Call betreut hatte. Fritsch, nicht nur Produzent sondern auch
Multiinstrumentalist, ist bekannt von seinen Jobs für Scott Miller & Commonwealth, Greta Gaines, Kathy Mattea oder
Altmeister Porter Wagoner bei seinem Comeback Wagonmaster. Auf The Big Show spielt er neben Dave Coleman (The
Coal Men) die elektrischen und akustischen Gitarren sowie Hammond B-3 Orgel. Ferner wirken mit: Jen Gunderman (Ex-
Jayhawks, Caitlin Cary, Paul Burch) am Klavier, Akkordion oder mit E-Piano, Orgel, Harmonium, Pedal Steeler Alex
McCollough, die Bassisten Tim Marks (Will Hoge, Will Kimbrough) oder Dave Jacques, die Drummer Matt Crouse (John
Coinman, Kevin Costner) oder Paul Griffith und Harmoniesängerin Wendy Newcomer.

Stephen Simmons ist ein sehr ausdrucksvoller Musiker mit ganz eigener Note und hohem Wiedererkennungswert! Trotzdem
drängen sich beim Hören solcher Lieder wie 'Parchcorn Falls', 'Spark', 'Just What I Got' und 'I Am Not' Vergleiche zu Steve
Earle, Robert Earl Keen und Bruce Springsteen auf, bei 'I'm Late', 'Empty Belly Blues No.32' und 'Heart Trouble' sogar zu
John Prine und Townes Van Zandt. Im 6-minütigen 'The Circus' überrascht Simmons mit einem rezitativem Erzählstil frei
nach Van Morrison, während die Band lässig und cool in den Jam-Modus verfällt. 'C'mon World' ist dagegen von der Leine
gelassener Country Rock von zeitloser Güte, 'Born With A Mind' Freestyle/Spoken Word Poetry mit unterlegter Slide Guitar,
wie man das in Nashville sonst nicht hört! Ja, und das kapitale, 9:15-lange 'Revelations No. 34' kommt zwar erst ziemlich
spät, darf aber mit diesen abgefahrenen, über einen langen Europa-Aufenthalt als Gegenentwurf zu den gesellschaftlichen
Versäumnissen in seiner Heimat reflektierenden, irgendwie surrealen "stream of consciousness" Lyrics und der sich zu einem
veritablen Rock-Arrangement aufschaukelnden Begleitung gerne als ultimatives Highlight angesehen werden!

Derart frei von irgendwelchen Vorgaben, kommerziellen Zwängen und musikalischen Korsettstangen wie hier hat man
Stephen Simmons jedenfalls noch nie erlebt. So ist The Big Show eine einzige Offenbarung eines tollen Künstlers mit großer
Zukunft!

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