The Western Hick Hack Company
Wer von innovativem Jazz begeistert wird, welcher druckvolle Melodien und dichte, wilde Bass- und Drum-Rhythmen kombiniert, der findet in diesem schweizerdeutschen Saxofon-Trio ein reizvolles Kollektiv. Wenn sich die schwingenden Bass- und Percussion-Pattern gegen die melodische und präzise Saxophonmelodie bewegen, erinnern sie an eine Art Phasenverschiebung, in welcher die Musiker trotz scheinbar verschiedener und eigenständiger Gerüste doch immer wieder aufeinandertreffen und die Melodien des anderen umarmen. Bald darauf einigen sich der Bass und das Saxofon auf eine eloquente und zurückhaltende unisono Figur, während das Schlagzeug glücklich um sie herum rumpelt, als wollte es sie locken aus dem Gerüst auszubüxen. Schon im nächsten Moment steigert sich das Saxofon langsam in einen melodischen Tanz, der durch immer dichtere Percussion-Patterns und Basswirbel zum Gipfel emporwächst. Doch beruhigt sich das Wasser wieder und bevorzugt die Subtilität gegenüber dem Wahnsinn und die energiegeladenen Konversationen münden in einem durch Transparenz faszinierenden Canto. Die drei Instrumentalisten (Schlagzeuger Felix Wolf, Bassist Vito Cadonau und Tenorsaxophonist Max Hirth), die sich gleichzeitig ergänzen und dennoch kontrastieren, eine geschlossene Einheit bilden und trotzdem eigenständig bleiben, leben in diesem Trio ihre tiefe Liebe für die Geschichte des Jazz aus. Was die Musik dieses Trios ausmacht, ist die Einbeziehung von frühen Jazzstilen auf eine direkte und tief empfundene Weise. Indem sie sich gegenseitig die Ideen offerieren und sich jeder davon greift, was er möchte, entsteht eine ehrliche und kraftvolle Art der Musik. Diese ist in den zeitgenössischen Jazz einzuordnen. Die Kompositionen der drei Instrumentalisten bedienen sich verschiedenster Jazzstile, von traditional Jazz über Funk und Groove bis zum Free Jazz.