jazz
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Tobias Meinhart -Tenor Saxophon
Alex Jung -Gitarre
Heiko Jung -Bass
Gabriel Hahn -Drums

Jazz ist seit nahezu 120 Jahren die variable Quintessenz stetiger Erneuerung. Was heute
noch Avantgarde ist, kann sich morgen schon in Tradition verwandeln, doch wer die Tradition
aus dem Auge verliert, hat schlechte Karten für die Erneuerung.
An diesem Punkt wittert Fourscore ihre Chance. Fourscore sind vier junge deutsche Jazz- Musiker, und doch brauchen sie nichts weniger als Aufkleber wie The Next Generation.
Denn sie haben etwas zu erzählen. Jede Note offenbart einen hingebungsvollen Respekt vor der Jazz-Tradition.
Gitarrist Alex Jung hat wie kaum ein anderer seiner Generation das Spiel von GitarrenLegende Jim Hall verinnerlicht. Saxofonist Tobias Meinhart macht keinen Hehl aus seiner Verehrung für Seamus Blake. Ihre Musik müsste nicht zwangsläufig in Deutschland entstanden sein. Fourscore befreien sich vom Dogma des Euro-Jazz. In ihrem Spiel dehnt
sich der Augenblick des unmittelbaren musikalischen Spiels über ein halbes Jahrhundert aus.
Sie sind im besten Sinne des Wortes Traditionalisten, die jedoch geschickt den verlockenden Retro- und Revival-Fallen ausweichen.
Vier Jahre hat die junge Band gebraucht, um sich ihr eigenes Vokabular zu erspielen. In schnelllebigen Zeiten wie den unseren ist das eine enorm lange Zeitspanne, um Beliebigkeit
in Originalität und Kopiervorlagen in eine eigene Sprache zu verwandeln. Wer bringt
angesichts immer rasanter aufeinander folgender, vermeintlicher next generations schon
noch so viel Geduld auf? Man muss den Mut aufbringen, seine Vorbilder loszulassen. Dann kommen die eigenen Geschichten ganz von selbst, lautet das Credo der Band. Noch weniger versteckt sich die Band hinter ihrem Jugendbonus. Dafür kann man mit Fourscore eine
Erfahrung machen, die das kreative Potential des Jazz aus der Vergangenheit über die Brücke der Gegenwart in die Zukunft führt. Ohne Liebhabern tradierter Jazz-Auffasssungen vor den Kopf zu stoßen, legen die vier Musiker neue Gleise aus. Ihr Album klingt wie der Beginn einer Reise, dessen Ausgangspunkt man genau kennt. Sie bieten Orientierung, indem sie Gewohntes und lieb Gewordenes zulassen. Die beinahe symbiotischen Unisoni von
Gitarre und Saxofon, die sanften Funk-Grooves von Bassist Heiko Jung und Schlagzeuger Gabriel Hahn, die traumwandlerischen Soli, der Verzicht auf jeglichen musikalischen Ballast,
das selbstsichere Understatement im gesamten Erscheinungsbild der Band verraten einen Umgang mit den Grundwerten des Jazz, wie man ihn entspannter heute kaum findet. Hier
wird kein einziger Ton, kein einziger Beat verschenkt. Mit verführerischer Gelassenheit treibt das Quartett auf seinem Gleis immer weiter, wohl wissend, dass die Weichen sich von selbst
stellen. Der Hörer wird dabei seine eigenen Bilder entfalten, ganz egal, ob diese nun im Jazz verankert sind oder nicht. So mag es dem Hörer gehen wie der Band selbst, wenn sie postuliert Im besten Fall trägt uns die Musik an einen Ort, an dem nichts anderes mehr zählt.
München oder New York wen interessiert das schon, wenn ein Stück Musik konsequent seiner eigenen Geografie folgt? Fourscore sind aufgebrochen zu einer Reise, die Orte und Generationen vereint.

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